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(46) Das „Gedachte“ im Tauschwert

4. Theorien über den Wert: Der innermarxistische Positivismusstreit

1 In den folgenden Notizen werde ich einige Beiträge erörtern, die sich einer so genannten Neuen Marxlektüre zurechnen, weil in ihr die Aussage „Wenn Geld, dann Kapital“ bejaht wird, die ich meinerseits bestreite. Wie in der letzten Notiz schon angekündigt, werfe ich zuerst auf die Tradierung einer bestimmten Aussage Adornos einen Blick, nämlich dass im Tauschwert „ein bloß Gedachtes“ stecke (Soziologie und empirische Forschung, in Gesammelte Schriften Bd. 8, Frankfurt/M. 2003, S. 209). Wir werden […]

(47) Unheimliche Begegnung der dritten Art

4. Theorien über den Wert: Der innermarxistische Positivismusstreit

1 Wir sehen jetzt zu, wie die Vertreter der Neuen Marxlektüre den Tauschwert als „Gedachtes“ erörtert haben, in Adornos Nachfolge, und beginnen mit dessen Schüler Hans-Georg Backhaus. „Zwar ist der Wert ein Gedachtes“, schreibt Backhaus 1969, „aber kein ‚Begriff‘ im Sinne der formalen Logik: eine spezifische Differenz lässt sich ebenso wenig aufzeigen wie ein materielles Korrelat. Er ist kein Gattungsbegriff“, worauf ein Adorno-Zitat folgt: „sondern ‚ein vom logischen Umfang, der Merkmalseinheit irgendwelcher Einzelelemente total verschiedenes […]

(48) Von Adorno zu Luhmann

4. Theorien über den Wert: Der innermarxistische Positivismusstreit

1 Mit zwei Strängen der Neuen Marxlektüre wollten wir uns vertraut machen; den einen, Adorno noch nahe stehenden mit Backhaus und Reichelt als Hauptvertretern habe ich in der vorigen Notiz erörtert, heute stelle ich den anderen vor und ziehe exemplarisch eine Abhandlung von Dieter Wolf zu Rate, die den Titel Kritische Theorie und Kritik der politischen Ökonomie trägt. Sie ist ursprünglich in den Wissenschaftlichen Mitteilungen des Berliner Vereins zur Förderung der MEGA-Edition erschienen (Heft 3: […]

(49) Der Punkt

4. Theorien über den Wert: Der innermarxistische Positivismusstreit

1 Wir sind dabei zu beobachten, wie Dieter Wolf, ein Vertreter der Neuen Marxlektüre, die Wertgleichung und Ware-Geld-Beziehung bei Marx interpretiert. Wenn Menschen Waren austauschen, sagt er, handeln sie unter dem Zwang, den das „gesellschaftliche Verhältnis der Sachen“ ihnen auferlegt; durch ihre „Gedankenbewegungen“, die weit entfernt sind, ihr Handeln zu bestimmen, werden sie nur „motiviert“, zu tun, was sie tun müssen. Wolfs Versuch, die Zwangsthese durch eine allgemeine Theorie von „Strukturen“, die allem Handeln vorausgingen, […]

(50) Wie löst man die Marxsche Unklarheit auf?

4. Theorien über den Wert: Der innermarxistische Positivismusstreit

1 Dieter Wolf, den ich gerade erörtere, ist selbst in die Debatte eingestiegen, siehe seine Texte unter der 49. Notiz. Darin, dass so etwas möglich ist, zeigt sich ein evidenter Vorzug des Bloggens gegenüber dem Buchschreiben. Gleichwohl kann ich Wolf nicht uneingeschränkt dankbar sein. Es ist ein paradoxer Vorgang: Seine Texte haben auch etwas von Diskussionsverweigerung. Ihre alles erschlagende Länge, ein für Außenstehende undurchsichtiger Stil und die fehlende Bereitschaft, eigene Gedanken in einem anderen Text, […]